Faktor Zehn verwendet für Faktor-IPS ein Open Source Modell für kommerziell genutzte Software. Das Modell ist vergleichbar mit dem von JBoss, Spring Source und anderen Open Source Anbietern. Im folgenden werden die Eckpunkte dieses Modells erläutert.
Die Nutzung von Faktor-IPS ist für den Lizenznehmer kostenfrei, es gibt keine Lizenzgebühr. Jeder Lizenznehmer kann Dritten einfache Nutzungsrechte an Faktor-IPS einräumen. Dies erlaubt es bspw. einem Softwarehaus, Softwareprodukte auf Basis von Faktor-IPS zu entwickeln und seinen Kunden Faktor-IPS wiederum kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Details zur Lizenzvereinbarung.
Faktor Zehn bietet Unterstützungsleistungen (Support) für Faktor-IPS an. Der Supportvertrag bietet zu einem jährlichen Fixpreis
Zugang zum Fehlermeldesystem von Faktor Zehn,
garantierte Reaktionzeiten bei Problemmeldungen,
Fehleranalyse und -behebung,
Releasebereitstellung für Fehlerkorrekturen
im Rahmen einer für den Kunden pauschal reservierten Berater- und Entwicklerkapazität (Typisch: 80h/Jahr). Abweichende Kapazitäten können gemäß der tatsächlich benötigten Leistungen vereinbart werden. Der Support kann für alle einmal veröffentlichen Versionen von Faktor-IPS in Anspruch genommen werden. Es gibt derzeit kein Auslaufen des Supports für ältere Versionen. Ist es erforderlich, zur Lösung eines Problems eine neue Faktor-IPS-Version (Patchversion) zu erstellen, wird diese dem Kunden auf www.faktorzehn.org zur Verfügung gestellt.
Die Weiterentwicklung von Faktor-IPS wird von Faktor Zehn organisiert und verantwortet. Sie erfolgt stets in enger Abstimmung mit den Anwendern. Benötigt ein Anwender neue Funktionen oder Erweiterungen bestehender Funktionen, so gibt es mehrere Möglichkeiten diese umzusetzen. Entsprechende Allgemeingültigkeit vorausgesetzt, kann die Erweiterung direkt in Faktor-IPS eingebaut werden. Andernfalls kann Faktor-IPS um neue Schnittstellen erweitert werden, sodass die benötigten Funktionen kundenspezifisch realisiert werden können, ohne die Releasefähigkeit zu verlieren. Da Faktor-IPS auf Eclipse basiert wird dies i.d.R. durch die Einführung neuer „Extension Points“ gelöst.
Wie bei Open Source-Software üblich, können individuelle Anpassungen auch auf einer Kopie des Quellcodes von Faktor-IPS durchgeführt werden. Damit verliert der Anwender allerdings die Releasefähigkeit der Software.
Faktor Zehn strebt eine Umsetzung neuer Funktionen im Faktor-IPS-Standard an, um den Funktionsumfang und die Qualität von Faktor-IPS zu verbessern und damit letztlich die Verbreitung zu fördern. Für die Kunden, der die Entwicklung neuer Funktionen beauftragen, ist dies ebenfalls vorteilhaft, da in der Folge die Wartungs- und Weiterentwicklungskosten auf mehr Unternehmen verteilt werden.
Nicht alle Entwicklungstätigkeiten müssen von Faktor Zehn durchgeführt werden. Ebenso können Mitarbeiter der lizenznehmenden Unternehmen oder deren IT-Dienstleistern an der Entwicklung beteiligt sein. Die Unternehmen können so internes Wissen über die Konstruktion von Faktor-IPS aufbauen, um unabhängig von Faktor Zehn zu sein. Voraussetzung für die Beteiligung an der Faktor-IPS Entwicklung ist dabei, dass die Entwickler gemäß der von Faktor Zehn verwendeten Prozesse und Qualitätsstandards arbeiten.
Faktor Zehn berät Unternehmen in allen Fragestellungen rund um den Einsatz von Faktor-IPS. Das Beratungsangebot erstreckt sich dabei von der fachlichen Vertrags- und Produktmodellierung über die Integration in die Systemlandschaft des Kunden hin zur Organisation des Produktdefinitions- und Testprozesses. Darüber hinaus kann Faktor Zehn auch in der Implementierungsphase von Entwicklungsprojekten unterstützen.
[F10 Open Source Modell als PDF]
|